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Über das ITMR
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Das ITMR früher
Rainer Schöttl
Walter Schöttl

 

 

Seit 1986 ist das ITMR der Verbreitung der Myozentrik gewidmet. Am Anfang schien es aberwitzig, eine Bissnahme durchführen zu wollen, ohne dass der Zahnarzt den Patienten überhaupt berührt, aber es wurde schnell klar, dass es um wesentlich mehr geht, als um eine muskulär neutrale Lagebestimmung für den Unterkiefer.

Das ursprüngliche gnathologische Konzept bedurfte in Wirklichkeit einer grundlegenden Revision. Statt nur Details an neue Erkenntnisse anzupassen, drängte sich immer mehr die Frage auf, ob die Prämissen der Gnathologie überhaupt noch aufrecht zu erhalten waren. Was zum Beispiel mit der Okklusion? Wenn die Zentrik nicht in der retralen Kontaktposition (RKP) liegt, wird die Rückbewegung des Unterkiefers (wieder) zur Funktionsbewegung. Dann kann aber die Mechanik einer Front-Eckzahngeschützten Okklusion nicht mehr der richtige Gedanke sein, denn bei Retralstellungen diskludieren die Front- und Eckzähne. Und wie soll dann eine Tripodzentrik noch störungsfrei sein können? Wenn wir aber die RKP als funktionelle Position verwerfen, was ist dann mit der Scharnierachse, die definitionsgemäß in der RKP lokalisiert wird? Was ist mit der Übertragung des OK-Modells in den Artikulator, was mit dem Gesichtsbogen mit Referenz zu der Scharnierachse, und damit zur Retralstellung des Unterkiefers erfolgt, welchen wir dann aber außerhalb der RKP dazu artikulieren?

Mit jeder Frage, für die nach intensiver Suche eine Antwort gefunden war, schienen sich zwei neue aufzutun. Am Ende mussten praktisch alle gnathologischen Gedankengänge eine Revision erfahren, von der Modellübertragung und der Bissnahme bis zur Okklusion und den Arbeitsabläufen in der Prothetik, damit wieder ein sinnvolles, in sich schlüssiges Gedankengebäude entstehen konnte. Dieses Gesamtkonzept ist in einer Reihe von Kursen für jedermann erlernbar.

Als der Gründer des ITMR, Dr. Walter Schöttl, seinem Sohn Rainer 1990 die Leitung übertrug, gab er ihm den Rat mit auf den Weg: "Lerne durch lehren". Und in der Tat, die Auseinandersetzung mit den praktischen Abläufen in der Praxis, der Zwang zum klaren Überdenken solcher Abläufe und Konzepte für die Vorbereitung von Vorträgen und Kursen, und schließlich die intensive Diskussion mit Kollegen während hunderter solcher Veranstaltungen war unerlässlich, um solch neues Gedankengut zu finden, zu testen, zu verfeinern und zu festigen. Das ITMR ist somit geblieben, was es auch vor der myozentrischen Ära bereits war: Ein Fortbildungsinstitut, welches tief in der Praxis verwurzelt ist.

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Copyright: Institut für Temporo-Mandibuläre Regulation, 1999. Letzte Revision: 27. August 2006.
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