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Über das ITMR
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Das ITMR früher
Rainer Schöttl
Walter Schöttl

 

 

 

Die technische Faszination mit den neuen Möglichkeiten in der Prothetik hatte Dr. Walter Schöttl dazu bewogen, seinem Vater in den Beruf des Zahnarztes zu folgen. Auf der Suche nach einem präzisem Gußsystem, hatte er auf dem Chicago Midwinter Meeting mit der Firma Whip Mix Kontakt gefunden und über diese auch mit Prof. Harry Lundeen, dessen übersichtliches Okklusions- und Aufwachskonzept ihn sofort so begeisterte, dass er ihn nach Deutschland einlud. Die Kosten für eine solche Veranstaltung waren aber für einen Zahnarzt nicht tragbar, und der erste Aufwachskurs nach Lundeen in Deutschland 1970 war nur möglich, weil sich Prof. Bock der zahnmedizinischen Fakultät der Friedrich Alexander Universität in Erlangen dazu entschloss, seinen Lehrsaal zur Verfügung zu stellen und seinen einflussreichen Freundeskreis zur Teilnahme einzuladen. Mit dem Tod Prof. Bocks erlosch an der Universität das Interesse an der Augwachslehre, so dass Dr. Schöttl mit deren Verbreitung in Deutschland auf sich selbst gestellt war.

Und doch nicht ganz: Ebenfalls 1970, nur wenige Monate vor dem ersten Auftreten von Prof. Lundeen in Deutschland, hatte er einen jungen Techniker aus Österreich eingestellt, Heinz Polz. Der hatte den Wert dieser neuen Technik schnell erfasst, so dass sich das Team Zahnarzt/Zahntechniker hervorragend ergänzte und beflügelte. Dr. Schöttl übersetzte und vertrieb das neue Aufwachsmanual nach Lundeen, er baute das Parterre in der Schuhstraße aus, ergänzte die dort neu eingerichtete Praxis mit einem Kursraum, Heinz Polz zeichnete das Logo für das neue ITMR, und schon bald waren die ITMR-Aufwachskurse etabliert.

Über Lundeen hatte Dr. Schöttl Dr. Bob Lee kennen gelernt, der im ITMR ebenfalls seinen ersten Auftritt in Deutschland hatte, und der den Startschuss für die intensive Beschäftigung mit der Axiographie setzte, für die es ebenfalls bald etablierte Kurse im ITMR gab. Rechts das erste Bild im ITMR Gästebuch: 1973 und zugleich letzte Veranstaltung in den Räumen der Universität, vorne, zweiter von links Dr. Bob Lee, rechts daneben Prof. Harry Lundeen, daneben Dr. Walter Schöttl, ganz rechts Heinz Polz.

Dr. Schöttl war aber auch an der Kieferorthopädie interessiert. Als Balders-Schüler hatte er sich bei seinen Besuchen in den USA für die Ricketts-Technik begeistern lassen und war schließlich an Grozard gelangt, dessen Techniker, Bert Wiebrecht, dann seinen ersten Auftritt in Deutschland ebenfalls im ITMR hatte. Im Bild, ebenfalls aus dem ITMR-Gästebuch von 1973 im neuen ITMR-Kursraum ganz links Heinz Polz, vorne daneben Dr. Walter Schöttel, daneben Bert Wiebrecht. Das Kursangebot erweiterte sich nun noch um Crozard-Kurse.

1975 lernte Dr. Schöttl Dr. William Farrar kennen, den er daraufhin 1976 als Hauptreferenten zum Jubiläum des 100-sten ITMR-Kurses nach Deutschland einlud, wiederum ein Erstauftritt im ITMR. Nun kamen aber die ersten Misstöne in die zelebrierte Gnathologie, denn Dr. Farrar hatte sich mit der Kiefergelenkdysfunktion ausgiebig beschäftigt und war ein Gegner retral manipulierter Bisslagen. Seine Erklärung von Diskusverlagerungen und deren Zusammenhänge mit Fehlbißstellungen führte zunächst zur Entwicklung des TMR-Systems zur Einstellung einer "konstruierten Achse" für welches Dr. Schöttl auch ein Patent erhielt. Jedoch wurde in den 80-er Jahren klar, dass die mechanistische Sicht der Gnathologie nicht mehr aufrecht zu erhalten war. In Ermangelung schlüssiger Alternativen "wurstelte man sich durch", versuchte, zeitaufwändige Registrierverfahren zu vereinfachen und suchte nach neuen Wegen. Fast schien es, als sei das ITMR dem Niedergang geweiht, denn das Herz von Dr. Schöttl lag nicht mehr in den Aufwachs- und Axiographiekursen, die inzwischen von Polz alleine gelehrt wurden. Es dauerte auch nicht lange, bis Heinz Polz "ausstieg" und sich in einem Labor in Fürth selbstständig machte und ein eigenes Kurssystem aufbaute, denn er konnte Dr. Schöttl, der inzwischen sein Heil in der Kinesiologie, Physioenergetik und ähnlichen Bereichen suchte, nicht mehr folgen.

1985 kehrte Rainer Schöttl von seinem Studium in den USA zurück. Er hatte Dr. Robert Jankelson und seine Myozentrik erstmals 1983 kennen gelernt und hatte in seinem letzten Jahr in seiner Freizeit in der myozentrischen Praxis des Dr. Justin Jones in Atlanta mitgearbeitet. Obwohl Dr. Walter Schöttl ursprünglich die Myozentrik ebenso wie seine gnathologischen Freunde rundweg abgelehnt hatte, kam diese ihm nun genau recht, denn es bedarf gar zu vieler geistiger Verwindungen, um die mechanistische Gnathologie mit ihrem Scharnierachsendenken mit reflektorischen Tests der Kinesiologie zu verinden. Bald war die Leidenschaft, für die er im Kollegenkreise so bekannt war, neu entfacht, diesmal für die Myozentrik.

1986 lud Dr. Walter Schöttl seine ehemaligen Kursteilnehmer zu einem "Privatissimum" in Erlangen ein, bei dem er zusammen mit seinem Sohn Rainer die Myozentrik vorstellte und die Fehler in den früheren Gedankengängen offen legte. Es war dies der erste Myozentrikkurs in Deutschland und der Start für ein "neues" ITMR.

Seit 1987 gibt es im ITMR reguläre Myozentrikkurse (rechts ein Auszug aus dem Gästebuch), seither ist das ITMR die treibende Kraft für die Einführung,  Verbreitung und Verfeinerung der Myozentrik in Deutschland. 1989 veranstaltete das ITMR das erste myozentrische Symposium in Deutschland, zu dem Dr. Bob Jankelson erstmals nach Deutschland als Referent eingeladen wurde. Bis 1999 sollten dem noch zehn weitere Symposien folgen. 1990 lud das ITMR unter Leitung von Rainer Schöttl zum ersten mal zu einer "Learning Week", einer Fortbildungswoche bei Dr. Jankelson in Seattle, USA, ein, der bis 1997 noch sieben weitere folgten.

Mit Teilnehmern der ITMR Symposien und Learning Weeks wurde auf Betreiben von Rainer Schöttl die deutsche Sektion des International College of Cranio-Mandibular Orthopedics (ICCMO, Sektion Deutschland, e.V., www.iccmo.de ) gegründet, zu dessen Gunsten die ITMR-Symposien im Jahr 2000 eingestellt wurden.

2004 nahm das ITMR jedoch die Tradition der Symposien wieder auf, welche nun im zweijährigen Rhythmus abgehalten werden.

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Copyright: Institut für Temporo-Mandibuläre Regulation, 1999. Letzte Revision: 27. August 2006.
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