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Symposium 2004

 

 

 

 

M. Hülse: Der Schwindel als funktionelle Störung, besonders im Zusammenhang mit der CMD

Das Gleichgewichtssystem erhält und benötigt zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts afferente Informationen aus dem peripheren Gleichgewichtsorgan im Innenohr, vom Auge, in geringem Ausmaß auch aus dem akustischen System sowie vom propriozeptivem System im Kopfgelenksbereich, aber auch vom Rumpfbereich und von den Extremitäten. Da die Informationen aus dem peripheren Vestibularorgan und vom Visus nur Stellung und Bewegung des Kopfes enthalten, kann das Gleichgewicht des Körpers nur aufrechterhalten werden, wenn das zentrale Gleichgewichtssystem präzise Informationen über die Kopf-zu-Rumpf-Stellung aus dem Propriorezeptorensystem im Kopfgelenksbereich erhält. Bei diesen Rezeptoren handelt es sich vor allem um Dehnungsrezeptoren in der tiefen Nackenmuskulatur. Dies bedeutet, dass eine Verspannung dieser Nackenmuskeln zu einer Afferentationsstörung zum Vestibulariskerngebiet führen kann. Stimmen die Informationen aus dem peripheren Gleichgewichtsorgan, dem optischen Eindruck und dem propriozeptiven System nicht überein, tritt eine „Gleichgewichtsstörung“ auf, sehr oft mit einem subjektiven Schwindel verbunden. Werden diese Zusammenhänge beachtet, ist es gut nachvollziehbar, dass eine CMD, die reflektorisch zu einer Kopfgelenksstörung führt, eine Gleichgewichtsstörung und subjektive Schwindelbeschwerden verursachen kann.

 

A. Mauderli: Das komplexe Schmerzsystem des Menschen. Vortrag und Vertiefung der Materie im Workshop

Zum Verständnis des Phänomens Schmerz genügt es nicht isoliert die Anatomie der beteiligten Nervenbahnen, Botenstoffe und Rezeptorproteine zu studieren. Dieser Beitrag präsentiert das bewusste Schmerzerlebnis als Funktionszustand eines weitreichenden neuralen Netzwerks welches aktuelle und vergangene Reize und deren Begleitumstände integriert und dabei Verhaltensweisen auslöst die Überlebensvorteile für das Individuum und die Spezies bringen. Einige klinisch interessante Mechanismen und Netzwerkbausteine werden herausgegriffen um ihre mutmaßliche Rolle im Gesamtsystem zu diskutieren.

 

H.-J. Korn: Biofeedback in der Behandlung von Temporomandibulären Störungen und Bruxismus

Biofeedback stellt ein therapeutisches Verfahren dar, bei dem körperliche Funktionen apparativ erfasst werden, die sonst nicht oder kaum bewusst sind, wie beispielsweise die Muskelaktivität. Diese biologischen Signale werden dem Patienten optisch oder akustisch rückgemeldet und ihm damit bewusst gemacht. Durch die Rückmeldung kann der Patient lernen, diese Prozesse gezielt zu beeinflussen.

In diesem Vortrag wird Biofeedback als eine Methode in der Behandlung von Temporomandibulären Störungen und Bruxismus dargestellt. Neben der wissenschaftlichen Grundlage für dieses Verfahren werden die verschiedenen Ansatzmöglichkeiten von Biofeedback in der Behandlung bei diesen Störungsbildern referiert.

B. Müller-Frei: Atypische Odontalgien. Schmerzen an den Zähnen müssen nicht immer Zahnschmerzen sein.

Zahnschmerzen sind normalerweise mit einem zahnärztlichen Eingriff zu beheben.

Die Atypische Odontalgie findet ihre Ursache aber nicht in einer strukturellen Problematik des Zahnes selber. (Sprotte G., 2000, ZM 90, Nr10; M. Melis et al, 2003, Headache 2003;43:1060-1074)

Neurogene Schmerzen wurzelbehandelter oder extrahierter Zähne und neurophysiologische Maladaptationen der Schmerzverarbeitung können zu intensivsten Zahnschmerzen führen, die dem Bild einer Entzündung des Endodonts oder Parodonts entsprechen können. (Sprotte G., 2000, ZM 90, Nr10; M. Melis et al, 2003, Headache 2003;43:1060-1074)

Nicht der Diagnose der atypischen Odontalgie entsprechen die nicht strukturell bedingten Schmerzzustände der Zähne, die ihren Ursprung in einer Referred Pain-Problematik aus den umgebenden Strukturen des Kauapparates haben. In der Klinik werden auch solche Patienten vom Zahnarzt zur Physiotherapie überwiesen.

In diesem Referat wird die Atypische Odontalgie und deren Ursachen theoretisch erklärt und anhand eines Fallbeispiels die physiotherapeutische Untersuchung und Behandlung aufgezeigt.

Ebenso werden die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und dem Physiotherapeuten dargestellt.

B. Losert-Bruggner: Schnupperworkshop "Elektromyographie bei der Cranio-Mandibulären Dysfunktion"

Dieser zusätzlichen Programmpunkt wurde dem Programm ohne Mehrkosten für die Teilnehmer angefügt. Hier werden die Möglichkeiten des Einsatzes der Elektromyographie bei der Differentialdiagnose der CMD, sowie bei der Darstellung von Wirkmechanismen und zum Zwecke der Dokumentation erklärt und praktisch vorgestellt.

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Copyright: Institut für Temporo-Mandibuläre Regulation, 1999. Letzte Revision: 27. August 2006.
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