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Sensomotorisches Okklusionskonzept, myozentrische AufbißschienenDie tripodisierte Okklusion ist eines der Konzepte, die in der Praxis nicht mehr gut funktionieren, wenn man von einer anderen Zentrik, als der retrudierten Kontaktposition (RKP) ausgeht. Dennoch wird diese Systematik nach wie vor noch vielfach gelehrt, oft in Artikulatoren, welche keine Retralbewegung erlauben, also eine artifizielle Situation vorspiegeln. In der Praxis muss dann oft eingeschliffen werden, Zeitnot entsteht, und am Ende stehen Kauflächen, die mit den aufwändig aufgewachsten Kontouren nichts mehr gemein haben. Geht man von der neuromuskulären Steuerung des Kauorganes aus, statt von einer mechanischen durch die Scharnierachse, so entstehen ganz andere Prioritäten: Wie ist gezielt eine Okklusalmorphologie zu erstellen, welche eine stabile Okklusion sicherstellt und sich zugleich gut anfühlt (also sensorich, bzw. reflektorisch, nicht stört)? Das ITMR beschäftigt sich seit 1970 intensiv mit der Okklusion. Ein wichtiges Anliegen dieses Kurses ist es, eine unkomplizierte Systematik zu vermitteln, wie konstruktiv oder durch Einschleifen eine Okklusion geformt werden kann, welche den neuromuskulären Anforderungen gerecht wird. Aufbissbehelfe sind bei der okklusalen Diagnose und Therapie unersetzliche Hilfsmittel. In diesem Kurs wird die Anwendung einer sinnvollen Palette solcher Aufbissbehelfe vorgestellt, angefangen beim vorkonfektionierten Aqualizer, der ohne Abdrücke und Modelle einsetzbar ist, über den Myozeptor, ein elastischer aber volladjustierter Behelf, der in kürzester Zeit hergestellt und eingegliedert werden kann, bis hin zur myozentrischen Bissorthese. Bei der myozentrischen Bissorthese igehen die Zielsetzungen weit über die einer gewöhnlichen Aufbissschiene hinaus: Über die Okklusion wird ein neuer muskulärer Habitus programmiert, der Schritt für Schritt hinsichtlich bestmöglicher Entspannung in der Ruhe und maximaler Kraftleistung in der Funktion optimiert wird, wobei gleichzeitig auch die Wechselspiele mit der Körperhaltung berücksichtigt werden. Soll die Orthese durchgehend getragen werden, so müssen auch funktionsfähige Kauflächen integriert werden. Es gibt daher ein ganzes Arsenal von Bissorthesen, von der einfachen Sofortschiene bis hin zur permanenten Modellguß-Overlayschiene. Bissregistrate, die im MZK 1 (CMD&Myozentrik) erstellt wurden, können überprüft und optimiert werden und dienen als Ausgangsbasis für die Herstellung einer Bissorthese für den Teilnehmer, daher empfiehlt sich dieser Kurs nach dem MZK 1 zu belegen. Für Techniker und okklusal Interessierte ist auch die alleinstehende Buchung möglich. Dauer: 2 1/2 Tage |
Copyright: Institut für Temporo-Mandibuläre Regulation, 1999. Letzte Revision: 27. August 2006. |